nr. 101





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© 2002 Urheberrecht
von Text und Bild bei
Christian Schloyer



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Mich ergreift eine seltsame Unruhe als ich ihre Finger über die Tasten gleiten höre schneller als meine sie jagt / eine Geschichte ist ihr auf der Spur und ich ich weiß immer nur daß ich all das was ich bisher schrieb vergessen / kann daß ich mich noch finden muß und mein Schreiben es frißt mich / schreibneid plötzlich gelingt es mir das Nagen zu ignorieren ja ich lausche mir selbst sehe mir zu wie ich Zeile für Zeile aneinander / reihe jetzt schneller als sie Zeilen die nur dastehen wie Deichmauern Landgewinnungsprojekte die dem Meer neues Bauland abtrotzen.
Die Stoßtrupps unserer Wörter schlagen / sich durch durchbrechen immer wieder die vordersten Linien und wir kämpfen an verschiedenen Fronten gegeneinander und miteinander / es ist keine Feindschaft keine echte Konkurrenz nein / das ist es nicht ohne Schreiben wären wir haltlos wir setzen unsere Welt durch das Schreiben und dadurch uns / selbst ich glaube daß wir jetzt gerade deshalb schreiben müssen damit wir uns selbst setzen uns gegenseitig etwas entgegensetzen können auch / wenn entgegen nicht entgegen heißt weil es kein Krieg ist.
Ich beineide sie um ihren Schreibrausch wenn sie einmal die Witterung aufgenommen hat / läßt sie nicht locker es ist nicht perfekt was da entsteht aber es lebt ich lebe nicht ich verharre / im Denken und der Cursor gleitet mal vor mal zurück nicht fähig Rechtschreibfehler stehen zu lassen und dem Strom zu folgen / den es nicht gibt und wenn ich jetzt gerade eben jetzt nicht über das Schreiben... ich hätte nichts ich wüßte nicht wie ich... und doch ist da das Gefühl / einer inneren Unruhe ja ich weiß daß ich bald wissen werde worüber ich schreiben muß und ich schreibe um den Moment nicht zu verpassen.